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Schilddrüsenunterfunktion - wenn die Schilddrüse aus dem Gleichgewicht gerät
Antriebslosigkeit, Gewichtszunahme, Haarausfall oder Konzentrationsprobleme - viele Menschen bringen diese Beschwerden zunächst nicht mit einer Schilddrüse in Verbindung. Dabei kann eine Schilddrüsenunterfunktion genau solche Symptome verursachen.
In meiner Praxis begegnen mir immer wieder Menschen, die sich seit längerer Zeit nicht mehr leistungsfähig fühlen und den Grund dafür nicht kennen. Deshalb lohnt es sich, die Schilddrüse als mögliche Ursache mit in die Diagnostik einzubeziehen.
Welche Beschwerden können auftreten?
Eine Schilddrüsenunterfunktion entwickelt sich häufig schleichend. Typische Beschwerden können sein:
Müdigkeit und Antriebslosigkeit, Gewichtszunahme, Haarausfall, trockene Haut, Konzentrationsprobleme, depressive Verstimmungen, Ängste und innere Unruhe, Kälteempfindlichkeit
Gerade bei Frauen überschneiden sich diese Beschwerden häufig mit hormonellen Veränderungen, beispielsweise während der Wechseljahre. Deshalb ist eine sorgfältige Abklärung wichtig.
Wie wird eine Schilddrüsenunterfunktion festgestellt?
Eine sichere Diagnose lässt sich nur durch eine Blutuntersuchung stellen.
Eine erste Orientierung werden häufig die Werte TSH, fT3 und fT4 bestimmt. Je nach Beschwerden können weitere Laboruntersuchungen sinnvoll sein.
In meiner Praxis betrachte ich Laborwerte jedoch nie isoliert. Entscheidend ist immer das Gesamtbild aus Beschwerden, Blutwerten und der persönlichen Situation des Menschen.
Welche Ursachen kommen infrage?
Eine häufige Ursache der Schilddrüsenunterfunktion ist die Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis, bei der das Immunsystem die Schilddrüse angreift.
Warum sich Hashimoto entwickelt, lässt sich nicht immer eindeutig beantworten. Nach heutigem Wissensstand spielen genetische Veranlagung, hormonelle Einflüsse und das Immunsystem eine wichtige Rolle. Auch starke körperliche Belastungen, Infekte oder anhaltender Stress werden als mögliche Einflussfaktoren diskutiert.
Für eine normale Schilddrüsenfunktion sind außerdem Mikronährstoffe wie Jod, Selen und Zink wichtig. Ob hier ein Mangel besteht, lässt sich durch eine gezielte Blutuntersuchung überprüfen.
Was ich meinen Patienten häufig erkläre
Viele Patienten sagen zu mir:
"Meine Blutwerte sind doch im Normbereich."
Aus meiner Praxiserfahrung zeigt sich immer wieder, dass Laborwerte allein nicht den ganzen Menschen widerspiegeln. Deshalb betrachte ich Laborwerte grundsätzlich immer gemeinsam mit den Beschwerden und (wenn sinnvoll) weiteren Blutwerten.
Nicht jeder Mensch fühlt sich bei denselben Laborwerten gleich wohl. Deshalb sollte eine Behandlung immer individuell erfolgen und nicht ausschließlich anhand eines einzelnen Laborwertes.
Warum regelmäßige Kontrollen wichtig sind
Wer bereits eine Schilddrüsenerkrankung hat oder Schilddrüsenhormone einnimmt, sollte seine Blutwerte regelmäßig ärztlich kontrollieren lassen. Wie häufig diese Kontrollen sinnvoll sind, richtet sich nach der jeweiligen Situation und sollte gemeinsam mit dem behandelnden Arzt oder Endokrinologen festgelegt werden.
Fazit
Die Schilddrüse beeinflusst zahlreiche Vorgänge im Körper. Müdigkeit, Antriebslosigkeit oder Gewichtszunahme müssen nicht zwangsläufig auf eine Schilddrüsenerkrankung hinweisen, sie können jedoch ein wichtiger Hinweis sein.
Deshalb lohnt es sich, Beschwerden ernst zu nehmen und die Ursache sorgfältig abklären zu lassen. Erst wenn das gesamte Bild betrachtet wird, kann eine individuell passende Behandlung erfolgen.
Hinweis: Die Informationen in diesem Beitrag dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche oder heilpraktische Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Aussagen in diesem Artikel stellen kein Heilversprechen dar.
